Die Widariquette
- Mein Selbst-Verständnis als Tarotberater

Das Wichtigste zuerst:

Kein Orakel, auch kein Kartenorakel, kann die Zukunft oder auch nur einzelne zukünftige Ereignisse vorhersehen - und ganz sicher können die Karten zukünftige Ereignisse oder gar die Zukunft insgesamt nicht vorherbestimmen. Was die Karten allerdings ganz hervorragend können: einen guten Rat geben! (s. auch 'Freund Tarot').

Wie bei allen Ratschlägen ist es immer der Ratsuchende, der entscheidet

Es liegt in seinem Ermessen, wie er mit dem Rat der Karten umgeht. Selbst, wenn der Ratschlag ihm ’nur’ neue Ideen oder Impulse gab, die ihn der Lösung einer Fragestellung näher bringen, haben die Karten geholfen!

Auch für den Ratschlag der Karten gilt:

Die Karten antworten auf Deine Fragen in ihrer Bildersprache. Meine Aufgabe als Tarotberater ist es, ihre Antworten in normale Worte zu fassen.

Wie ich Tarotberatung verstehe:

Möglichst schon vor der ersten Legung/Deutung erläutere ich dem Ratsuchenden die oben fettgedruckten Grundsätze, was die Karten können und was nicht. Ich bin Übersetzer, nicht 'Wahrsager' oder ’Hellseher’.

Ich werde vor der ersten Legung/Deutung den Ratsuchenden mit den Karten vertraut machen. Insbesondere werde ich deutlich machen, dass jede Karte ihre Licht- und Schattenseiten hat. Am Beispiel der einen oder anderen Karte, die unvorbereitet erschreckend wirken kann, erläutere ich dies. z.B. am Trumpf XIII.

Ich stelle dem Ratsuchenden einige Decks, mit denen ich vertraut bin und deren Sprache ich 'fließend' spreche, zur Auswahl. Die Aussagen der Karten in einer Legung werden umso treffender, je mehr sich der Ratsuchende zu einem Deck hingezogen fühlt.

Ich erarbeite mit dem Ratsuchenden die Fragestellung für die Karten und wähle zusammen mit ihm ein geeignetes Legesystem aus. Die Auswahl des Legesystems ist die Auswahl des geeigneten Werkzeugs, und damit ein wichtiger Bestandteil des Tarot-Beratungsgesprächs.

Die Arbeit mit Decks oder die Verwendung von Legesystemen, die ich nicht gut genug kenne oder für die Fragestellung nicht geeignet sind, werde ich ablehnen, da nur mit dem richtigen Werkzeug gute und für den Suchenden hilfreiche Ratschläge möglich sind.

Legungen, die sich auf Dritte beziehen, haben ihre eigene Problematik (s. 'Wie funktioniert Tarot'). Häufig spiegeln sich nämlich nicht diese Menschen in den Karten wider, sondern Wunschvorstellungen und Ängste des Fragenden. Diese Problematik werde ich erläutern - und ggf. eine solche Legung/Deutung ablehnen.

Ich werde mein Möglichstes tun, die Aussage der Karten zu verstehen und dem Ratsuchenden mitzuteilen. Sollte ich eine Legung, bzw. die Aussage der Karten nicht verstehen können - aus welchen Gründen auch immer - , teile ich dies dem Ratsuchenden ungefragt mit.
Meine persönliche Einschätzung der Situation werde ich strikt von der Deutung der Karten trennen, sie nur auf Nachfrage mitteilen, und vor allem als solche kennzeichnen. Dies wäre ja auch keine Tarot-Beratung mehr, sondern Lebensberatung aus meinem Erfahrungsschatz.
Genauso klar ist daher, dass meine Aussagen keine gesundheitliche, juristische, steuerliche oder finanzielle Analyse oder Beratung darstellen. Dies erfordert spezifisches Fachwissen, das außerhalb des Tarots liegt - und über das ich nicht verfüge. Ggf. werde ich den Besuch eines solchen Spezialisten empfehlen.

Bei der Deutung einer Legung erläutere ich anhand der Symbolik auf den jeweiligen Karten, wie ich zu meiner Sichtweise der einzelnen Karte komme. Eindrücke und Sichtweisen des Ratsuchenden beziehe ich in meine Gesamt-Deutung ein, da sie ein Ausdruck der unmittelbaren Kommunikation zwischen den Bildern auf den Karten und dem Ratsuchenden sind.
Ich teile die Aussage der Karten dem Ratsuchenden wahrheitsgemäß und vollständig mit. Auch 'schwierige' oder 'unangenehme' Aussagen der Karten haben als Warnung eine wichtige Funktion. Gerade hier ist wichtig zu wissen, dass die Karten kein 'unentrinnbares Schicksal' aufzeigen, sondern eine Entscheidungs- und Handlungshilfe bieten. Sollte also in der Legung noch kein konstruktiver Lösungsvorschlag für solche Schwierigkeiten zu erkennen sein, werde ich eine weitere Legung mit eben diesem Ziel vorschlagen und zusammen mit dem Ratsuchenden durchführen.

Fragen und/oder Kommentare des Ratsuchenden zu der Legung, den Karten oder meiner Deutung sind ausdrücklich erwünscht. Die Be-Deutung der Karten soll idealerweise zusammen erarbeitet werden. Ich verkünde keine unumstößlichen Wahrheiten.

Eine Beschreibung der verwendeten Legesysteme und eine Auflistung der gezogenen Karten gebe ich dem Ratsuchenden mit. Auf Wunsch erstelle ich auch eine schriftliche Ausarbeitung der Deutung. Gerne darf sich auch der Ratsuchende Aufzeichnungen des Beratungsgesprächs machen.

Die Umgebung

Selbstverständlich wahre ich über alles, was im Verlauf einer Tarotberatung besprochen oder mir mitgeteilt wird, strengstes Stillschweigen. Dieses erstreckt sich auch auf die Person des Ratsuchenden, die Fragestellungen, gezogenen Karten und Ergebnisse der Beratung.
'Gäste' bei einem Beratungsgespräch werde ich nur auf ausdrücklichen Wunsch des Ratsuchenden, und auch dann nur als stille Beobachter teilnehmen lassen. Ich behalte mir das Recht vor, bestimmte Gäste abzulehnen.

Nach meinem Verständnis kann eine Tarotberatung nicht zwischen ’zwischen Tür und Angel’ erfolgen. Darum nehme ich mir Zeit für meine Beratungen und achte darauf, dass sie in einer ruhigen, entspannten und ungestörten Atmosphäre stattfinden.

Eventuelle Kosten eines Beratungsgesprächs und die zugrunde liegenden Kriterien/Sätze werde ich vor dem Beratungsgespräch vollständig, korrekt und verständlich angeben. Diese Angaben sind verbindlich.
Sollte ich wie oben geschildert die Verwendung eines bestimmten vom Ratsuchenden gewünschten Legesystems oder Decks ablehnen oder die Aussage der Karten nicht verstehen, werde ich dafür auch kein Entgelt verlangen.

Ich respektiere das Recht des Ratsuchenden, die Besprechung einer Deutung oder das Beratungsgespräch als Ganzes jederzeit ohne Angabe von Gründen zu beenden.
Da jeder Mensch selbst am besten weiß, wann er einen Rat braucht, werde ich keine ’Folgetermine’ vorschlagen oder gar darauf drängen. Der Ratsuchende entscheidet, ob und wann er zu einer Tarot-Beratung kommt.

Mein eigener Umgang mit den Tarot-Karten

Ich behandle die Karten und ihre Aussagen mit demselben Respekt, mit dem ich auch einen Freund behandle.
Ich bilde mich auf dem Gebiet des Kartenlegens kontinuierlich weiter, um meine Übersetzungen ständig zu verbessern.

© Widar, 2004. Alle Rechte vorbehalten.